Darf man als Yogi eigentlich …?
Immer dann, wenn ich auf einer Party war oder etwas anderes getan habe, dass nicht „yogisch“ ist, also weltliches Amusement bedeutet, wurde ich in den meisten Fällen gefragt, ob ich das als Yogi überhaupt alles machen darf. Zeit, um aufzuräumen. 🙂 Fragen, die meine Mitmenschen bewegen:
- Darf ich mich als Yogi/ni schminken und stylen und mich gar mit Mode beschäftigen oder Wert auf mein Äußeres legen?
- Darf ich als Yogi/ni Alkohol trinken?
- Darf ich als Yogi/ni auch Spaß haben?
- Darf ich als Yogi/ni mit anderen Menschen nur über Belangloses reden?
- Darf ich als Yogi/ni Fleisch essen?
- Darf ich als Yogi/ni Sex haben?
- Darf ich als Yogi/ni auch Wert auf Materielles legen?
- uvm.
Wie „im Weltlichen“ gibt es auch in der yogischen Philosophie verschiedene Systeme und Betrachtungsweisen. Da gibt es welche, die sehr asketisch leben und andere, die das Leben in all ihren Facetten leben. Es gibt also wie immer keine allgemeingültige Antwort auf diese Fragen. Was „man“ „darf“ und was nicht, entscheidet jeder immer noch selbst.
Doch eins ist allen yogischen Philosophien gemeinsam: Yoga lehrt uns ein Leben in der Gegenwart mit Selbstverantwortung und Integrität zu führen. Und das bedeutet:
Aufmerksamkeit
Dem derzeitigen Moment die volle Aufmerksamkeit schenken und mein Bestes geben. Also nicht bedauern was war, nicht grübeln was sein könnte, sondern im sog. Hier und Jetzt leben.
Selbstverantwortung
Ich bin frei zu tun was mir in diesem Moment als das Richtige erscheint und trage dabei die Konsequenzen in vollem Umfang selbst. Weder meine Mitmenschen noch die Umstände sind für mein Denken, Handeln und Fühlen verantwortlich. Niemand ist verantwortlich für meine Lebensumstände.
Bewusstheit
Das was ich tue, tue ich mit reinem Herzen, ohne Berechnung. Ich rede und handle also zum höchsten Wohle aller, ich füge niemandem Schaden zu, um mich zu bereichern oder selbst in einem besseren Licht zu erscheinen.
Selbstvertrauen
Ich vertraue auf meine Talente und Fähigkeiten, nutze sie und baue sie aus um sie gewinnbringend für mich und andere einzusetzen.
Einfachheit
Bedeutet, sich von allem zu trennen, dass einem nicht gut tut. Ich befreie mich von jeglichem Balast in meinem Leben. Innerlich und äußerlich. Heißt also zu entrümpeln. Das kann der Kleiderschrank sein, eine Person die mich ständig runterzieht, aber auch meine ständige Sucht nach mehr. Dem auf den Grund zu gehen kann wahre Erlösung bringen.
Zufriedenheit
Da ich selbst der Gestalter meines Lebens bin, entscheide ich mich, mein Leben so zu führen, dass ich in mir ruhen kann und zufrieden bin. Alles, was mich zutiefst zufrieden sein lässt, ist für mich richtig.
Betrachte und beachte ich also allein diese wenigen Punkte, erübrigen sich, für mich, einige Verhaltensweisen ganz von selbst. Welche Kleidung ich dabei trage, in welcher Form des Austauschs ich bin und ob ich dabei ein indisches oder fränkisches Getränk trinke ist, so glaube ich, zweitrangig. Leben ist genießen und so ist es auch mit dem Yoga. Für mich ist der Mittelweg der Richtige und für andere ein anderer.
Wir sehen uns auf der Matte. 😉 Namsté.
PS: Hier noch ein kleines Schmankerl: Yoga & Genuss
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